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Denise Keller

Lerne die verschiedenen TechnikenDruckausgleich

Druckausgleich beim Freitauchen – so funktioniert der «Plopp»!

Denise Keller
Denise Keller
PADI IDC Staff Instructor | PADI Freedive Instructor
Druckausgleich beim Freitauchen

Warum überhaupt Druckausgleich?

Wenn wir abtauchen, drückt das Wasser auf unseren Körper. Das spüren wir vor allem in den Ohren und in der Maske.
Stell dir eine leere geschlossene Plastikflasche vor, die mit ins Wasser kommt. Je tiefer du gehst, desto mehr zieht sich die Flasche zusammen, weil der Druck aussen vom Wasser grösser wird.
Genau das passiert in deinen Ohren und in deiner Maske – wenn du nicht gegensteuerst, tut es weh oder wird sogar gefährlich.
Deshalb brauchen wir den Druckausgleich: Wir bringen Luft nach, bis innen und aussen wieder gleich viel Druck herrscht.

Die Maske nicht vergessen

Nicht nur die Ohren brauchen Druckausgleich – auch die Maske!
Denn die Luft in der Maske wird zusammengedrückt, je tiefer du tauchst. Deshalb müssen wir immer wieder durch die Nase ganz leicht Luft in die Maske pusten.
Tipp: Eine Maske mit kleinem Volumen ist ideal, weil du dafür weniger Luft brauchst – die Luft brauchst du schliesslich auch für deinen Tauchgang!

Methoden für den Druckausgleich

Es gibt verschiedene Wege, den Druck auszugleichen. Wenn du mit dem Freitauchen beginnst, versuche, den Druckausgleich so oft wie möglich zu machen. Die Methode spielt jetzt noch keine grosse Rolle; solange du oft den Druckausgleich durchführst, machst du es richtig.

 

So funktionierts – Druckausgleich

1. Schlucken oder Gähnen (Kieferbewegung)

  • Funktioniert manchmal automatisch
  • Gut für flaches Wasser oder beim Scuba Diving, wo es keine Rolle spielt, wie schnell wir abtauchen
  • Reicht aber nicht für richtiges Freediving

2. Valsalva (Nase zuhalten und «pusten»)

  • Die bekannteste Technik, oft intuitiv gemacht
  • Nase zu, Bauch anspannen, Luft Richtung Ohren pressen
  • Nachteil: funktioniert nur begrenzt in der Tiefe, kostet Kraft, nicht ideal fürs Freediving, kopfüber ist es schwieriger

3. Frenzel (die richtige Freediving–Methode)

Die Frenzel-Methode ist die Standardtechnik beim Freediving. Sie ist effizient, braucht wenig Luft und funktioniert auch in grösserer Tiefe und kopfüber.

So funktioniert sie:

  • Nase zuhalten (mit Daumen und Zeigefinger)
  • Zunge wie beim «K»-, «N»- oder «G»-Laut nach oben drücken
  • Dadurch wird Luft in die Eustachische Röhre geschoben → die Ohren gleichen sich aus
  • Wichtig: Kein Druck aus dem Bauch oder der Brust! Nur Mund- und Zungenmuskeln

Körperhaltung:

  • Kopf leicht nach vorne (nicht in den Nacken legen, das blockiert die Röhren)
  • Entspannt bleiben – kein Pressen!
  • Schon beim Abtauchen regelmässig alle 0,5–1 m ausgleichen, nicht erst, wenn es zieht, da es eine sehr sanfte Methode ist funktioniert sie nicht mit zuviel Druck

Frenzel Druckausgleich lernen: Mit diesen Übungen tiefer Apnoetauchen

4. Mouthfill (für Fortgeschrittene & Tieftaucher)

  • Technik für grosse Tiefen
  • Bevor das residual Volumen der Lunge erreicht wird (bei jedem Taucher andere Tiefe) «füllt» man den Mund mit Luft und verschliesst den Hals
  • Mit dieser gespeicherten Luft wird der Druckausgleich weitergeführt, auch wenn der Brustkorb in der Tiefe schon stark zusammengedrückt ist
  • Ist für geübte Freitaucher erforderlich, erfordert meist viel Training und Körpergefühl

5. Hans Free (für sehr Geübte oder Naturtalente)

  • Hier wird der Druckausgleich ohne Hände und ohne Nase-Zuhalten gemacht
  • Funktioniert nur, wenn man die Eustachischen Röhren sehr bewusst ansteuern und aktiv öffnen kann
  • Selten erlernt (meist schon immer so gemacht), erfordert viel Training und Körperkontrolle
  • Vorteil: Hände bleiben frei – aber muss in der Tiefe auf Frenzel und Mouthfill gewechselt werden

Häufige Probleme & Tipps

Gerade am Anfang gibt es oft Probleme beim Druckausgleich – lass dich davon nicht entmutigen! Wenn du mit der Gondel vom Berg ohne Schmerzen runterkommst, kannst du auch den Druckausgleich lernen. Dann braucht es lediglich einen guten Coach und mehr oder weniger Übung.
Und manchmal ist es auch nur eine Erkältung, die noch in den Nebenhöhlen sitzt.
Auch später im Freedive-Leben können wieder Probleme auftreten, wenn du tiefer tauchst als dein Residualvolumen. Auch dann helfen Übung und Technik, ein guter Coach und viele YouTube‑Videos.

  • Zu viel Druck aufgebaut → Das ist das häufigste Problem: Man taucht zu tief ab, bevor der Druck ausgeglichen wird, der Druck ist dann meist schon zu gross, um kopfüber weiterzukommen. Das kann viele Folgeprobleme nach sich ziehen.
    Lösung: Langsamer abtauchen, öfter und früher ausgleichen, entspannen
     
  • Verstopfte Nase → Vor und während dem Tauchen gründlich schneuzen, ggf. sanft inhalieren (Salzwasser, Dampf, ätherische Öle).
     
  • Nebenhöhlen blockiert (Zahn- oder Stirnschmerzen) → Das ist ein klassisches Sinusproblem. Luft kann nicht entweichen oder nachströmen, dadurch entsteht ein Unterdruck in den Nebenhöhlen, der wie Zahnschmerz oder Druck / Stechen auf der Stirn wirkt. Das kommt meist von einer vorausgegangenen Erkrankung; es kann auch nur eine Erkältung gewesen sein.
    Lösung: Nur auskurieren, bis die Schleimhäute wieder frei sind. Unterstützend: Inhalationen, warme Dampfbäder, viel Flüssigkeit, Ruhe. Da gibt es keine schnelle «Tricklösung».
     
  • Geht bis zu einer Tiefe, dann nicht mehr → Dranbleiben, Maske ausgleichen nicht vergessen, Luft in den Mundraum holen, Haltung kontrollieren und entspannen.
    Manchmal kann es hilfreich sein, den Körper in eine aufrechtere Position zu bringen; es sollte jedoch immer seltener notwendig sein. Dabei ist es wichtig, nicht in einem zu grossen Unterdruck zu tauchen.
     
  • Geht gar nicht oder nur mit Knacken / Pfeiffen (Röhre zu eng) → Eustachische Röhren trainieren, z. B. mit Ottovent
    How to use Otovent
    Hier gibt es auch keine Patentlösung, aber nach zwei bis drei Tagen Übung ist es in der Regel schon deutlich besser.
     
  • Alle Probleme hängen mit Entspannung zusammen → je gelassener du bist, desto leichter geht’s (auch die verspannten Nackenmuskeln können den Druckausgleich verhindern)

Und ganz wichtig: Schon vor dem Abtauchen kannst du mit einem kleinen «Vordruck» beginnen – also den Druckausgleich machen, bevor der Abstieg startet.

Druckausgleich üben mit Otovent: 8 Equalization Exercices

Zusammenfassung

  • Druckausgleich schützt deine Ohren und macht Freediving in die Tiefe möglich
  • Immer auch an die Maske denken – deshalb kleine Volumenmasken
  • Für Anfänger: Schlucken oder Valsalva (kurzzeitig ok)
  • Für Freediver: Frenzel-Technik – effizient, sicher, in jeder Tiefe
  • Für Tieftaucher: Mouthfill – fortgeschritten, meist viel Training nötig

Probleme sind normal → Lösung: Entspannung, richtige Technik, Training, Unterstützung der Schleimhäute bei Erkrankungen oder empfindlichen Tuben

Merksatz:

«Ausgleichen heisst nicht drücken, sondern loslassen und Luft geschickt bewegen.»

Nächter Druckausgleich Workshop: 7. November 2025
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