Reisebericht Malpelo 2026
13.02. – 26.02.2026
Anreise – einmal um die halbe Welt
Am 13. Februar ging es los: Zürich – Amsterdam – Panama – Cali.
Eine dieser Reisen, bei denen man irgendwann vergisst, in welcher Zeitzone man sich gerade befindet. Müde, gespannt und voller Vorfreude landeten wir schliesslich in Kolumbien.
Nach einer letzten Nacht an Land führte uns der Weg weiter nach Buenaventura, dem Tor zu einem legendären Tauchspot: Malpelo Island.
Auf dem Weg ins Abenteuer
Zehn Tage Safari, sieben Tauchtage – das klang nach Abenteuer.
Was ebenfalls allgegenwärtig war: die Nervosität bezüglich Seekrankheit. Malpelo im offenen Pazifik ist bekannt für raue See. Entsprechend wurde sich vorsorglich mit Tabletten eingedeckt und die Anfälligen blickten gespannt auf den Horizont.
Und dann?
Spiegelglattes Wasser.
Als hätte der Pazifik persönlich beschlossen, uns willkommen zu heissen.



Malpelo – Strömung, Adrenalin, Grossfische
Der Ruf von Malpelo unter Tauchern ist bekannt:
Malpelo ist Strömung.
Malpelo ist Blauwasser.
Malpelo ist Abenteuer.
Malpelo ist Sharky
Bereits beim zweiten Tauchgang kam das erste absolute Highlight:
Acht (!!!) Ferox Haie.
Selbst für unseren Guide Reto, welcher bereits seit 15 Jahren in Malpelo taucht war das ein Rekord. Und es waren längst noch nicht alle für diese Woche.
Was uns dort erwartete, zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Safari:
Am Hotspot Bajo del Monstruo wurden wir bei praktisch jedem Tauchgang mit Ferox und beeindruckenden Hammerhaischulen belohnt. Kaum hatten wir uns an die Felsen geklammert und ins Blau geblickt, tauchten sie auf. Manchmal als einzelne Schatten, manchmal in beeindruckenden Mengen.
Ungläubige Blicke unter Wasser. Geniessende Augen. Und dieses Gefühl: Die Reise war es Wert.
Und es blieb nicht dabei.
Wir wurden zusätzlich belohnt mit:
- majestätischen Mantas
- Adlerrochen
- Galapagoshaien
- Silvertips
- Whitetip-Riffhaien
- Seidenhaien
- riesigen Jackschwärmen


Jeder Tauchgang hatte sein eigenes Drehbuch.
Mal glitten Hammerhaischulen wie lebende Wolken an uns vorbei, mal verdunkelte ein gewaltiger Jackschwarm kurzzeitig das Licht über uns. Die Strömung forderte uns: manchmal kräftig, manchmal in die andere Richtung als erwartet und manchmal absolut ruhig. Man glitt entlang der Felsen, beobachtet das Blau und plötzlich explodiert die Szenerie vor einem.
Malpelo fühlt sich nicht „basic“ an.
Es gibt einem das Gefühl an einem besonderen Ort zu sein.
Zuerst warm und dann richtig kalt:
Malpelo zeigt sich nicht jeden Tag gleich und zeigt auch während eines Tauchgangs verschiedene Facetten.
Die Wassertemperaturen schwankten zwischen 16 und 26 Grad. Während einige Tauchgänge angenehm temperiert waren, machte die Dive Site La Nevera ihrem Namen alle Ehre. Dort sorgten die kalten 16 Grad definitiv für blaue Lippen, auch bei unseren Halbtrocki-Tauchern. Spätestens beim Sicherheitsstopp war klar, warum dieser Spot „der Kühlschrank“ genannt wird.
Auch die Sichtweiten hätten unterschiedlicher kaum sein können:
Von guten Bedingungen mit scheinbar endlosem Blau bis zu planktonreichen, mystischen Grün-Momenten, in denen Haie wie Geister aus dem Dunst auftauchten auf Divebuddys im Selben Dunst verschwanden.
Genau diese Extreme machten den Reiz aus. Jeder Abstieg war eine Überraschung.
Wenn Delfine dich zurück ins Wasser locken
Als wäre das alles noch nicht genug gewesen, wurden wir nach einem ohnehin schon hammermässigen Tauchgang von unzähligen Delfinen nochmals ins Wasser „gelockt“.
Natürlich liessen wir uns nicht zweimal bitten und stürzten uns mit Maske und Schnorchel bewaffnet ins Blau des Pazifiks.
Kaum waren wir im Wasser, wurden wir nicht nur von Delfinen empfangen – sondern vielmehr von neugierigen Seidenhaien. Und die waren, so schien es zumindest, fast noch interessierter an uns als die Delfine selbst.
Ein magischer Moment zwischen Respekt, Staunen, Freude und der Frage ob die Delfine uns wohl doch absichtlich zu den Haien gelockt haben.
Leben an Bord – Genuss auf hoher See
Zwischen all dem Erlebten unter Wasser wurde auch an Bord für aussergewöhnliche Momente gesorgt.
Das Essen war hervorragend und der Service beim Essen noch hervorragender.
Nach intensiven Strömungstauchgängen, kalten „La Nevera“-Sessions und grossartigen Blauwasser-Begegnungen schmeckte jedes Gericht doppelt so gut. Die Crew hatte immer ein Lächeln für uns bereit und sorgte dafür, dass wir uns rundum wohl fühlten.
Safari-Leben in seiner schönsten Form:
tauchen – essen – lachen – schlafen – repeat und das drei Mal am Tag.
Ausklang in Cali
Nach zehn intensiven Tagen hiess es Abschied nehmen vom Pazifik.
Zurück aufs Festland, zurück nach Cali.
Beim gemeinsamen Nachtessen liessen wir die vergangenen Tage nochmals Revue passieren. Geschichten wurden grösser, Haizahlen gefühlt noch höher, und das Lachen lauter.
Der perfekte Abschluss:
ein Schlummi auf der Dachterrasse unseres Hotels, warme Nachtluft, ein bisschen Regen, Blick über die Stadt, und ein gutes Gefühl von „Wir haben gerade etwas Besonderes erlebt“.
Long story short
Malpelo ist abenteuerlich, spektakulär und wunderschön.
Spiegelglattes Wasser statt Seekrankheit.
Neue Ferox Rekorde.
Unzählige Hammerhaischulen.
La Nevera mit 16 Grad und blauen Lippen.
Riesige Jackschwärme.
Delfine, die uns zurück ins Wasser und zu den Haien rufen.
Sichtweiten von kristallklar bis mystisch.
Diese Reise war intensiv, roh und wunderschön zugleich und sie wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Danke an alle, die Teil dieser unvergesslichen Reise waren!
