Um nach SAVU zu gelangen, braucht es die Ausdauer eines Marathonläufers. Unser kleines Grüppchen bestehend aus unserer Reiseleitung Olga, deren «beinah» Verwandten Evi und Werni und zu guter Letzt Patrik und Eva haben den weiten Weg nicht gescheut und sind dafür mehr als belohnt worden.
Wir haben auch sehr viel gelernt bei dieser Reise, nicht nur über die Unterwasserwelt, sondern auch über die Sprache, Kultur, Essen der Indonesier. Aber dazu später…
Über Singapore nach Denpasar in Bali gelandet fiel uns als erstes Mal das Wort «Gigi» auf, das man an jeder Strassenecke lesen konnte. Das ist das Wort für Zahn. Es gibt also ganz viele Zahnärzte dort, was sich aber leider nicht in der Zahngesundheit der Bevölkerung niederschlägt. Auch ist uns sofort aufgefallen, dass die Balinesen bessere Elektriker sind als die Philippinos und dass es auf den Strassen von Denpasar mindestens 3x so viele Töfflis gibt als Autos.
Nach 2 wunderbaren Nächten (und 1,5 Tagen), 2 ganz herrlichen balinesischen Massagen, himmlischen Essen und feinen Drinks im kleinen, sehr gemütlichen Desa Hay Hotel (gehört zu den Small Luxury Hotels dieser Erde – hast Du super ausgesucht Olgi) gings weiter mit dem Flieger nach Kupang, von dort am nächsten Tag wieder mit dem Flieger nach Alor, quer durch Alor mit dem Auto, dann 1h15m mit dem Schiff nach SAVU (endlich!!!). Die nächsten 14 Tage kriegen uns keine 10 Wale mehr hier weg :). Die haben wir dann auch tatsächlich mehrmals gesehen auf unseren Fahrten zu oder von den Tauchplätzen. Einfach unbeschreiblich…Die Blauwale (grösste Tiere auf der Welt) sind um diese Zeit auf der Wanderschaft von den wärmeren Gewässern der Bandasee hinunter zum Südpol, wobei sie ihrer Hemisphäre treu bleiben (sie überqueren den Äquator nicht). Alles andere, nicht minder spannende könnt ihr selbst nachlesen.
Manchmal können solche Kolosse auch rückwärts schwimmen, und zwar dann, wenn die Strömung sehr stark ist (haben wir mit eigenen Augen gesehen). Das kam tatsächlich hie und da vor nicht nur über, sondern auch unter Wasser, und zwar wie aus heiterem Himmel. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir einmal von einem 15 -minütigem Sandsturm unter Wasser heimgesucht wurden. Da heisst es einfach sich irgendwo festkrallen (mit oder ohne Riffhaken) und warten bis der Zauber vorbei ist.
Die Tauchplätze sind unberührt, die Vielfalt, Buntheit und Gesundheit der Korallengärten sind atemberaubend. Werni hätte sich zwar mehr Grossfische gewünscht, aber stattdessen wurde er und auch wir mit einer Gruppe von ca 80 Pilotwalen und rund 200 Delphinen entschädigt und vielleicht auch ein bisschen mit dem Wobbegong (Teppichhai), den es dort in dieser Gegend eigentlich gar nicht oder nur ganz selten gibt.
Bleiben wir mal bei Werni (keiner machts wie der Schreiner ;), der zwar ein Warmwassertaucher, aber kein Warmduscher ist), unserem «Tauchküken» (sehr begabt, aber auch gut trainiert von seiner Evi, die ihm das Tauchen beibrachte), der seinen 100.en Tauchgang bei der «Wasserwendi» feiern durfte. Der zweite Jubilar, bei dem es was zu feiern gab war Patrik mit 500 Tauchgängen. So wie es sich gehört liessen wir beide jeweils bei einem Abendschlummi hochleben. Letzteren gab es aber auch ohne feierliche Anlässe.
Wieso haben die Tauchplätze eigentlich so komische Namen wie «Wasserwendi»? Das liegt daran, dass das SAVU Ressort von einer Bernerin «Lilly» (die im Haslital aufwuchs) und einem Deutschen aus dem Stuttgarter Raum «Johannes» von Null aufgebaut wurde. Die Riffe wurden entdeckt und nach Orten oder Bekannten von Lilly und Johannes benannt. Beide leben schon seit mehreren Jahren auf Indonesien und das Resort gibt es seit ca. 4 Jahren. Das, was auf den Tisch kommt, wächst grösstenteils im eigenen Gemüse- und Obstgarten.
Getaucht wird von 2 kleineren Booten aus (zu besteigen über einen etwas abenteuerlichen Steg (besonders bei starkem Wellengang) nach dem bekannten Motto «Ready, One, Two, Three, Go». Die maximal 14 Gäste der Insel verteilen sich also auf 2 Boote, die an unterschiedliche Tauchplätze gebracht werden. Da weit und breit sonst kein Resort ist tauchen wir daher nur zu fünft mit 2 Tauchguides. Einfach himmlisch, man kommt sich vor wie ein Pionier.
Lilly und Johannes sprechen beide fliessend Indonesisch, aber vom eigenen Akzent geprägt (besonders bei Johannes kommt der Stuttgarter durch). Das hört sich dann so an, als ob er Deutsch sprechen würde, aber komplett unverständlich (eben Indonesisch). Mit dieser Sprache hatten wir auch Spass, aber auch mit dem Verständnis des Englisch der Einheimischen. Unsere Tauchbegleiterin Ingrid hat uns mitgeteilt, dass der nächste Tauchplatz «Antipasto» (???) sein wird. Später kamen wir drauf, dass sie Andi’s Busstop meinte (nach einer Begebenheit mit einem Freund von Lilly und Johannes benannt).
Danke heisst auf Indonesisch «Terima Kasih» und darauf gibt man die Antwort «Sama Sama». Nun hatten wir uns das nicht richtig gemerkt und haben mit «Sum Sum» geantwortet, was einen kollektiven Lachanfall beim Indonesischen Personal ausgelöst hat. Später hat uns Agi, ein anderer Tauchguide erklärt, das Sum Sum ein Seife ist, die aus Rindergebeinen hergestellt wird, ts, ts, ts…Was es nicht alles gibt…
Obwohl es eigentlich Regenzeit im November ist, war uns der Wettergott gnädig und es hat minimal bei unserer Ankunft und etwas mehr am letzten Abend geregnet. Wir haben uns an der Vulkaninsel orientiert (hat der Vulkan einen Hut, bleibt das Wetter gut; hat der Vulkan keinen Hut, ist das Wetter schon gut). An ebendiesem letzten Abend fanden wir uns bei der Rückkehr in unser Bungalow im Dschungelcamp wieder. Hunderte von fliegenden Termiten nahmen uns in Empfang. Die Geckos hatten grosse Freude, haben sich regelrecht in eine Feeding Frenzy reingesteigert. Nach ca. 45 Minuten war der Spuk vorbei und es zeugten nur mehr die haufenweise Flügel der Flugtermiten von Ihrem nächtlichen Angriff auf uns.
Last, but not least muss noch unsere Masseurin Itscha Erwähnung finden. Bei Meeresrauschen und angenehmer Brise hat sie alle von uns mit Ihren Künsten verwöhnt. Man müsste sie klonen.
Alles hat ein Ende und unsere schöne Reise leider auch. So wie bei der Fastnacht ist nach dem Tauchen vor dem Tauchen. In diesem Sinne auf zu neuen Ufern.

