Im Mai 2026 fand die erste TSK TEC-Safari im Roten Meer statt – und sie war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Abenteuer. Gemeinsam mit MV Legends und ihrem neuen Stahlschiff Marsalia Star ging es für eine Gruppe von 16 technischen Tauchern auf eine Woche voller spannender Tauchgänge, intensiver Fachgespräche und unvergesslicher Begegnungen.
Die Zusammensetzung der Gruppe spiegelte die Vielfalt des modernen technischen Tauchens wider: 10 CCR-Taucher mit rEvo- und JJ-CCR-Systemen sowie 6 Open-Circuit-Taucher mit Doppelgerät oder Sidemount-Konfiguration waren mit an Bord. Dabei reichte das Erfahrungsniveau von erfahrenen TEC-Tauchern bis hin zu Einsteigern, die noch am Anfang ihrer technischen Tauchkarriere stehen.
Genau das machte den besonderen Charakter dieser Reise aus. Die Teilnahme setzte zwar eine technische Tauchausbildung voraus, nicht aber jahrelange Erfahrung. Dadurch entstand eine spannende Mischung aus unterschiedlichen Erfahrungsstufen, von der letztlich alle profitieren konnten. Die Tauchteams wurden flexibel zusammengestellt und während der Woche immer wieder angepasst. So konnten sich die Teilnehmer entsprechend ihren Interessen, Ausbildungsständen und Zielen organisieren.
Weniger Tauchgänge, mehr Erlebnis
Im Gegensatz zu klassischen Tauchsafaris standen nicht vier oder fünf Tauchgänge pro Tag auf dem Programm. Stattdessen konzentrierte sich die Safari bewusst auf zwei Tauchgänge täglich – dafür mit deutlich längeren Grundzeiten und entsprechend anspruchsvolleren Profilen. Tauchzeiten von bis zu zwei Stunden waren keine Seltenheit. Diese Herangehensweise ermöglichte es, Tauchplätze intensiver zu erkunden, Tauchgänge sorgfältig zu planen und die Möglichkeiten des technischen Tauchens voll auszuschöpfen.
Zwischen den Tauchgängen blieb viel Zeit für das, was den TEC-Bereich auszeichnet: gemeinsame Planung, Gaslogistik, Ausrüstungsoptimierung und den Austausch von Erfahrungen. Ob Diskussionen über Bailout-Strategien, Rebreather-Konfigurationen oder Scooter-Einsätze – an Bord wurde gefachsimpelt, ausprobiert und voneinander gelernt. Gerade dieser Aspekt wurde von vielen Teilnehmern als einer der grössten Mehrwerte der Reise hervorgehoben.



Gemeinschaft als wichtigster Bestandteil
So beeindruckend die Tauchgänge auch waren – mindestens ebenso wichtig war die Atmosphäre an Bord. Die langen Oberflächenpausen boten Gelegenheit für Gespräche, Erfahrungsaustausch und gemeinsames Lernen. Beim Abendessen, bei einem Getränk auf dem Sonnendeck oder während der täglichen Technical Talks entstand genau jene Gemeinschaft, die das technische Tauchen so besonders macht.
Die erste TSK TEC-Safari hat eindrucksvoll gezeigt, dass technisches Tauchen weit mehr ist als Tiefe, Ausrüstung und Dekompression. Es ist eine Leidenschaft, die Menschen verbindet und von der Bereitschaft lebt, Wissen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Ein besonderer Dank gilt der Unterwasserfotografin Aline Hobi, die die Reise mit ihren eindrucksvollen Bildern dokumentiert hat. Die Fotografien in diesem Bericht stammen aus ihrer Kamera und vermitteln einen Eindruck der einzigartigen Atmosphäre dieser Woche.
Nach dem grossen Erfolg der Premiere steht bereits fest: Die Geschichte wird fortgesetzt. Die nächste TSK TEC-Safari findet im Mai 2027 erneut auf der Marsalia Star mit derselben Crew statt – mit noch mehr Zeit, noch mehr Möglichkeiten und erneut ganz im Zeichen des technischen Tauchens.
Alle Infos zur TEC Safari 2027 findest du hier
Foto Credits: Aline Hobi Instagram

CCR und Open Circuit – voneinander lernen
Besonders interessant war der Austausch zwischen den verschiedenen Konfigurationen. Für viele Open-Circuit-Taucher bot sich die seltene Gelegenheit, einen vertieften Einblick in die Welt des CCR-Tauchens zu erhalten. Gleichzeitig entstanden immer wieder gemischte Teams, in denen CCR- und Open-Circuit-Taucher gemeinsam unterwegs waren.Einige Teilnehmer nutzten zusätzlich Unterwasserscooter, wodurch sich an verschiedenen Tauchplätzen ganz neue Möglichkeiten eröffneten. Grössere Distanzen konnten effizient zurückgelegt und die Tauchplätze noch umfassender erkundet werden.
Wracks, Riffe und neue Perspektiven
Natürlich standen einige der bekanntesten Wracks des nördlichen Roten Meeres auf dem Programm. Neben der berühmten Thistlegorm und der Giannis D war vor allem die Rosalie Moller eines der Highlights der Woche.Das tief liegende Wrack wird auf vielen klassischen Sporttauch-Safaris entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt betaucht. Für technische Taucher eröffnet sich hier jedoch eine völlig andere Dimension. Längere Tauchzeiten und grössere Tiefen erlauben es, das Wrack intensiver zu erkunden und – je nach Ausbildung und persönlicher Präferenz – auch in das Innere vorzudringen. Doch nicht nur die Wracks sorgten für Begeisterung. Ebenso beeindruckend waren die spektakulären Steilwände, die gewaltigen Gorgonienfelder und die tieferen Riffbereiche, die Sporttaucher normalerweise kaum erreichen. Viele Teilnehmer entdeckten bekannte Tauchplätze aus einer völlig neuen Perspektive.
Eine Crew, die TEC versteht
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Safari war die professionelle Unterstützung durch MV Legends und die Crew der Marsalia Star. Vom Cruise Director über die Guides und Deckcrew bis hin zum Koch überzeugte das gesamte Team durch hohe Professionalität, grosse Hilfsbereitschaft und bemerkenswerte Erfahrung im technischen Tauchen. Die Gaslogistik funktionierte während der gesamten Woche reibungslos, individuelle Wünsche wurden flexibel umgesetzt und die Sicherheitsstandards waren jederzeit auf höchstem Niveau. Auch das Schiff selbst erwies sich als ideale Plattform für eine TEC-Safari. Der grosszügige Aufbau, viel Platz für Ausrüstung, komfortable Kabinen und nicht zuletzt der Taucherlift sorgten für einen angenehmen und entspannten Ablauf an Bord.


